Die unruhige Zone

Die weitreichende, von Dakar bis Dschibuti sich erstreckende Sahelzone gilt als eine der instabilsten Regionen der Welt und dürfte in diesem Jahrzehnt noch einige Konflikte hervorbringen.

Aktuell sind dies insbesondere die beiden neuen Kriege an den beiden Enden des Sahels, der wiederaufflammende Kampf zwischen Marokko und der Frente Polisario in Westsahara und der Bürgerkrieg Äthiopiens im Osten. Während im Westen wohl die Diplomatie Marokkos während der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump, verbunden mit der Annerkennung Israels, Washingtons Segen für den Militäreingriff verschaffte, leidet Äthiopien unter der offenkundig verfehlten Politik des Friedensnobelpreisträgers Abiy Ahmed Ali, welcher bis zur Eskalation der Kämpfe seltsamerweise als Hoffnungsträger angesehen wurde. Mittlerweile droht der Krieg jedoch auch die ohnehin instabilen Nachbarländer weiter ins Chaos zu stürzen.

Zwischen diesen beiden Polen liegt unter anderem Mali, welches kürzlich einen Militärputsch erlebte und nach wie vor von Islamisten terrorisiert wird, ebenso wie seine Nachbarländer. In südöstlicher Richtung davon ausgehend treibt mit Boko Haram eine kampfstarke Terrorgruppe ihr Unwesen, und im Osten sind der Südsudan, Somalia und eben jetzt Äthiopien ein Hort der Instabilität.

Aus europäischer Sicht ist der Blick auf diese Region geprägt unter den Prämissen der Terrorbekämpfung und der Vermeidung von allzu großen Flüchtlingsströmen. Dabei ist dieser Artikel keine Ausnahme. Es ist nicht leicht dies zu ändern, da diese beiden Entwicklungen für uns eine enorme Belastung darstellen könnten, sollten sie außer Kontrolle geraten. Der Umgang der westlichen Nationen mit staatszersetzenden Konflikten war in den letzten Jahrzehnten, gelinde gesagt, wenig erfolgreich, eher katastrophal. Ob der chinesische Einfluss in Zukunft eine stabilisierende Wirkung entfalten kann, muss sich erst noch zeigen.

Auf absehbare Zeit jedenfalls werden wir schwer daran vorbeikommen, die Probleme der Sahelzone als eine große Bedrohung anzusehen. Diese allerdings sollten wir nicht unterschätzen.

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