Das Ende des Neoliberalismus

US-Präsident Joe Biden hat ein großes Kojunkturpaket auf den Weg gebracht. Insgesamt geht es dabei um Investitionen in Billionenhöhe, mit welchen er die Wirtschaft des Landes zu neuen Höhen schrauben will.

Seit den Tagen Thatchers und Reagans war die Ausrichtung der Volkswirtschaften des Westens sehr liberal, welche häufig als Neoliberalismus bezeichnet wurde. Die Finanzwirtschaft und der Dienstleistungssektor wurden in dieser Zeit immer bedeutender. Als in den 90er Jahren die Sowjetunion mitsamt ihrer Satellitenstaaten zusammenbrachen, wurde der weltweite Arbeits- und Absatzmarkt noch einem ungleich größer und die liberalwirtschaftliche Grundausrichtung verschmolz mit den Dogmen der Globalisierung.

Heute ist diese Entwicklung an ihrem Ende angekommen. Mit Trump schaffte es ein notorischer Kritiker des modernen Freihandels und seiner Folgen für die Mittelschicht der USA ins Amt des Präsidenten. Damit war der Bann gebrochen, auch Biden fokussiert sich heute auf die einst vergessene Arbeiterschaft, spricht von einer „Außenpolitik der Mittelschicht“. So weit entfernt von den Konzepten seines Vorgängers ist er dabei nicht, zumindest nicht im Hinblick auf die Gruppe, welcher er sich dabei primär verpflichtet fühlt.

Jedoch sind seine Methoden gänzlich andere. So ist er stark beeinflusst vom linken Flügel der Republikanischen Partei und, das wird nur selten erwähnt, vom Aufstieg Chinas und der anderen ostasiatischen Länder, welche in den letzten Jahrzehnten einen mitunter phänomenalen Aufstieg hingelegt haben. Dies schafften sie aber nicht mit den angelsächsischen Mitteln des ultra-freien Marktes, sondern vielmehr durch staatlich gelenkte Ökonomien, welche mit der freien Marktwirtschaft kombiniert wurden.

Der Westen lernt derzeit von diesen Ländern. Doch ein Erfolg ist noch nicht ausgemacht.

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