Unruhen in Jerusalem

Gegen Ende des Ramadan ist es in den vergangenen Tagen wiederholt zu Ausschreitungen in Ostjerusalem gekommen. Neben lokalen Versäumnissen der Behörden haben auch längerfristige und umfangreichere Entwicklungen zur aktuellen Eskalation beigetragen.

Zunächst einmal steht einem friedlichen Zusammenleben der verschiedenen Religionen der Stadt natürlich die grunsätzlichen politischen Konstellationen entgegen. Insbesondere in Ostjerusalem haben die Palästinenser mit erheblichen Einschränkungen zu kämpfen, am signifikantesten im Bereich des Wohneigentums, bei welchen Muslime systematisch benachteiligt, wenn nicht indirekt enteignet werden.

Aber auch innerhalb der Palästinenser gibt es erhebliche Konflikte. So hat Mahmud Abbas, Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, die von ihm angekündigten Wahlen gekippt und wird damit auch weiterhin im Amt bleiben. Dies wurde vor allem von Seiten der Hamas, welche im Gazastreifen an der Macht ist, verärgert aufgenommen. Als Reaktion darauf haben sie vermehrt Raketen nach Israel geschickt und Bewohner des Westjordanlandes aufgerufen, ebenfalls Angriffe auf israelische Staatsbürger auszuüben. Da Abbas sich stets von der Anwendung terroristischer Methoden distanzierte, greifen die aktuellen Ereignisse auch seine Position an.

International ist es heutzutage die Türkei, welche die Palästinenser immer stärker unterstützt bei ihren Anliegen und dessen Rhetorik gegenüber Israel immer aggressiver wird. Neben dieser wachsenden Unterstützung seitens Ankaras dürfte aber auch die momentane Schwäche Israels dazu beitragen. Zwar steht das Land durch seine effektive Impfpolitik global gesehen mit an der Spitze der Coronabekämpfung, jedoch hat auch die vierte Wahl in zwei jahren keine stabile Regierung hervorbringen können. Auch ist die Unterstützung durch die USA seit der Abwahl Trumps und der neuen strategischen Ausrichtung Bidens merklich, die neuen Annäherungsversuche zwischen Saudi-Arabien und dem Iran sind ein Resultat hiervon.

So schauen heute mal wieder viele auf Jerusalem und hoffen, der Konflikt birgt keine weiteren Eskalationen.

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