Back in Beirut

Gestern Abend bin ich wieder im Libanon gelandet, nach einer langen Reise über Bremen, Duisburg, Düsseldorf und Istanbul. Der Flughafen in Düsseldorf war ziemlich leer, Istanbul war gut besucht, aber Beirut war übervoll mit Menschen. Aus Europa, Afrika, Lateinamerika und vielen Ecken der arabischen Welt.

Die Situation im Libanon ist mal wieder angespannt, nachdem der Wechselkurs zwischen libanesischem Dinar und US-Dollar auf annähernd 15.000 zu eins gefallen war. Apotheken im ganzen Land haben zudem, aus Protest gegen das Ausbleiben von Subventionen durch den Staat für pharmazeutische Produkte, ihre Pforten geschlossen, ebenso wie viele Tankstellen, welche Probleme haben beim Einkauf neuen Treibstoffs.

Von all diesen Ereignissen war bei meiner Ankunft auf den ersten Blick jedoch nicht viel zu sehen. Schon vom Flugzeug aus konnte man beim nächtlichen Landeanflug die Lichter der Metropole Beirut beobachten, welche sich vom Meer aus langsam, aber unaufhaltsam in die Berge hinaufwagen, um schließlich in der Dunkelheit zu zergehen. Die bereits erwähnte Hektik am Flughafen Rafik Hariri, benannt nach dem großen Wiedererbauer der Stadt nach Ende des zersetzenden Bürgerkriegs, wirkte sofort ansteckend. So bahnte ich mir den Weg durch Passkontrollen, den Schlangen vor der Zollstation und zu dem Gepäckband, wo mein Rucksack glücklicherweise umgehen zu sehen war.

Ein spezielles Erlebnis war wieder mal der Test auf das Coronavirus. Nachdem man zu einem Mitarbeiter an einem kleinen Tisch gelotst wird, fragt einen dieser nach dem Passport und den Ankunftsflug. Wenn er diesen weiß, durchwühlt er einen Stapel an schönen, tabellenübersäten Zetteln, um dann auf einem von diesen eine Handynummer einzutragen. Der anschließende Test vollzieht sich so unangenehm wie schnell, der geschulte Tester sagt hello, steckt einem in einer ruckartigen Bewegung eines dieser Stäbchen in die Nase, zieht es ebenso schnell wieder heraus und sagt good-bye.

Als der sympathische Taxifahrer mich gegen ein Uhr nachts schließlich bei meinem Hotel absetzte, ging die Hektik des Tages über in die Ruhe der Nacht. So bin ich wieder hier im Libanon, und gespannt was die nächsten Wochen noch geschehen wird.

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