Die Achse Berlin/ Moskau/ Beijing

Im Zuge der Wiederauferstehung des Eurasischen Kontinents zeichnen sich neue Achsen der Macht ab. Die zentralen Spieler dieser im Beginn befindlichen Ordnung sind dabei China und Russland, die beiden eurasischen Giganten, daneben aber auch Deutschland, der westliche Ankerpunkt auf dem europäischen Kontinent. Der Iran, natürliches Bindeglied zwischen dem Kaukasus, Kleinasien, dem Nahen Osten, Zentralasien und dem indischen Subkontinent, sowie potenziell die Türkei, der Herrscher über dem Bosporus, welcher diesem Land eine eine bedeutende Rolle in der internationalen Politik zuweist, bilden das potenzielle Bindeglied für diesen Wirtschaftsraum.

Moskau/ Beijing: Die Zusammenarbeit zwischen Moskau und Beijing dürfte dabei die am weitesten fortgeschrittene sein in dieser Auswahl an Ländern. Auch wenn es in der Geschichte häufig zu Konflikten zwischen beiden Ländern kam, insbesondere aufgrund ähnlicher Interessen in der heutigen Provinz Russisch Fernost, konnte unter der Regie von Putin und Xi Jinping ein gewisses Vertrauensverhältnis errichtet werden, von welchem beide Staaten heute, insbesondere im Hinblick auf ihre Konflikte mit den USA, enorm profitieren. So hat Russland für seine derzeitigen Aufrüstung entlang der ukrainischen Grenze enorme Truppen an der Westgrenze des Landes konzentriert, wobei es im Osten des riesigen Staates seine Truppenanzahl massiv verkleinert hat. Dies wäre ohne ein gewisses Grundvertrauen in die chinesische Führung nicht möglich gewesen.

Berlin/ Beijing: Auch wenn politische Differenzen en masse zwischen beiden Ländern bestehen, seien es Fragen über Hongkong, Taiwan, Tibet oder Xinjiang, hält dies jedoch keinen der beiden davon ab, ihre ausgiebigen Geschäftsbeziehungen zu pflegen. Insbesondere die deutsche Autoindustrie ist mittlerweile zu einem erheblichen Prozentsatz von ihren Einnahmen aus dem Reich der Mitte abhängig. Auf absehbare Zeit dürfte es daher auch keine signifikante Unterbrechung dieses witschaftlichen Verhältnisses geben, und beide Staaten werden versuchen, ohne große Aufregungen ihren Profit aus diesem Austausch zu erhöhen.

Berlin/ Moskau: Das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland ist heutzutage kompliziert, um es einfach auszudrücken. Während beide Staaten aufgrund ihrer geografischen Lage, ihrer schieren Masse sowie einer turbulenten, jedoch häufig eng verwobenen gemeinsamen Geschichte prädestiniert sind, gemeinsam über eine europäische Ordnung zu beraten, finden diese heute kaum noch statt. Durch die NATO-Osterweiterungen in den vergangenen zwei Jahrzehnten ist das gegenseitige Vertrauen stetig abgesackt, entladen haben sich diese schließlich in der Krimkrise 2014. Seither sind insbesondere die USA, Polen sowie die baltischen Staaten bemüht darum, eine engere Kooperation zwischen Moskau und Berlin nicht zuzulassen. Paradoxerweise war es die militärische Zurückhaltung Deutschlands, welche den Ostdrang der NATO vermutliche begrenzte, welche jedoch zugleich dafür sorgt, dass Russland nur die USA als ebenbürtigen partner anerkennen. Die Mittel, mit welchen Berlin versucht, den Druck auf Russland nicht zu groß werden zu lassen, erweisen sich als Hemmnis für ein engeres Verhältnis zwischen beiden Staaten. Die militärische Schwäche Deutschlands bewahrt diese brüchige Ordnung vor dem Kollaps.

Langfrisitg wird sich die wirtschaftliche Integration des eurasischen Kontinents nicht verhindern lassen, egal wie viele Sanktionen gegen diesen oder jenen Staat verhängt werden sollten. Die USA sehen zurecht ihre globale Vormachtstellung in Gefahr, da sie in den Weiten Asiens nicht (mehr) dieselbe Macht entfalten können wie in den Meeren dieser Welt. Deutschland fürchtet sich vor einem Erwachen aus ihrer dreißigjährigen geopolitischen Traumlandschaft, in welcher es nicht kämpfen musste und in Ruhe dem Geschäft nachgehen konnte. Für Russland und China hingegen bietet sich die Chance, die globale Ordnung neu zu gestalten und die USA ihrer totalen Überlegenheit zu berauben. Die Eurasische Ordnung lässt nicht mehr lange auf sich warten.

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